Die DIN EN 1997-2 in Verbindung mit DIN 4020 verlangt für Tunnelbauwerke im Lockergestein eine umfassende geotechnische Erkundung – und in Iserlohn wird diese Forderung durch die besondere Geologie der Stadt noch dringlicher. Die Stadt liegt im Übergangsbereich zwischen dem devonischen Massenkalk und den verwitterungsanfälligen Ton- und Schluffsteinen des Sauerlands. Diese Formationen, die vor rund 380 Millionen Jahren entstanden sind, neigen unter Wassereinfluss zu Konsistenzverlust und Kriechen. Unsere Schürfgruben liefern dabei erste Aufschlüsse über die Verwitterungszone, bevor wir mit Kernbohrungen in die Tiefe gehen. In Iserlohn sehen wir häufig, dass sich die Baugrundverhältnisse auf kürzester Distanz ändern – ein Phänomen, das ohne lokale Erfahrung zu Fehleinschätzungen der Ortsbruststabilität führen kann. Der mittlere Grundwasserflurabstand variiert hier je nach Hanglage zwischen 2 und 8 Metern, was die Vortriebsplanung zusätzlich beeinflusst.
Weicher Boden im Tunnelbau ist kein Hindernis, sondern eine Frage der richtigen Parameter – in Iserlohn kennen wir die entscheidenden Werte.



