Ein Fehler, den wir bei Bauvorhaben im Raum Iserlohn immer wieder sehen, ist die alleinige Auswertung von Rammdiagrammen ohne Berücksichtigung des realen Porenwasserdrucks. Gerade in den verwitterten Tonstein- und Schlufflagen, die für die Hänge des Stadtwalds und die Randzonen des Lennetals typisch sind, führt das zu einer gefährlichen Überschätzung der Tragfähigkeit. Der CPT-Versuch – die Drucksondierung nach DIN EN ISO 22476-1 – liefert hier eine kontinuierliche Messkurve von Spitzendruck und Mantelreibung, die zusammen mit dem Porenwasserdruck ein viel schärferes Bild des Schichtaufbaus ergibt. In Iserlohn mit seinen 92.000 Einwohnern und der bewegten Topografie zwischen 150 und 494 Metern Höhe ist die Kenntnis der genauen Schichtgrenzen entscheidend, bevor man eine Tiefgründung mit Pfählen in Betracht zieht oder die Böschungsstabilität eines Hangs in Letmathe oder Oestrich bewertet.
Im Iserlohner Schiefergebirge ist der CPT die schnellste Methode, um tragfähigen Fels von verwittertem Hanglehm zu unterscheiden – ohne eine einzige Bodenprobe zu entnehmen.



