Die Waldstadt Iserlohn wächst nicht nur in die Höhe, sondern auch in geologisch anspruchsvolle Tallagen. Seit den Eingemeindungen von Letmathe und Hennen in den 1970er-Jahren prägen Massenkalkzüge, Hangschuttdecken und die Talaue der Lenne den Baugrund auf rund 125 Quadratkilometern. Jedes Bauvorhaben – vom Gewerbepark in Dröschede bis zur Nachverdichtung am Stadtbahnhof – braucht Klarheit über die lokale Bodenverstärkung im Erdbebenfall. Genau dort setzt die seismische Mikrozonierung an: Sie zerlegt das Stadtgebiet in Zonen ähnlicher Untergrundantwort und liefert dem Tragwerksplaner die spektralen Beschleunigungswerte, die er für einen standsicheren Entwurf nach DIN EN 1998-1 braucht. Unsere Laborarbeit beginnt, wenn die Feldkampagne endet – mit zyklischen Triaxialversuchen und bender-element-Messungen, die das dynamische Verhalten der Iserlohner Deckschichten abbilden. Ergänzend zur Baugrunduntersuchung kann eine SPT-Bohrung die Schichtgrenzen im Lennetal kalibrieren, bevor die Laborversuche an ungestörten Proben starten.
Ein Kalkstein mit vs=1800 m/s antwortet anders als ein Lennetal-Ton mit vs=120 m/s – die Mikrozonierung macht diesen Kontrast für jedes Baugrundstück rechnerisch greifbar.



